Anwendungs-Optimierung gegen Kundenfrust

Lahmende Applikationen können die Servicequalität beeinträchtigen, Kunden verärgern und Arbeitskosten nach oben treiben. Dabei lassen sich geschäftsschädigende IT-Flaschenhälse vermeiden. Performance-Experten kennen die potenziellen Bremspunkte und optimieren Anwendungen während der Entwicklung und im Betrieb.

Wer den Schaden hat ... der ruft in vielen Fällen gleich bei seiner Versicherung an. Dort erwartet der Hotline­erprobte Versicherungs­kunde von heute natürlich schnelle und kompetente Hilfe. Aus dem Blickwinkel des Versi­cherers betrachtet stellt sich die Bereitstellung einer „schnellen Hilfe“ jedoch alles andere als trivial dar. Im Callcenter nämlich, wo alle An­rufe zusammenlaufen, lauert ein potenziell geschäftskritischer Flaschenhals: die Kundenapplikation. Wenn sich viele Agenten gleich­zeitig die Daten der Klienten auf ihre Arbeits­platzsysteme holen, entstehen enorme Sys­temlasten, auf die die gesamte Anwendungs­architektur ausgelegt sein muss. Wurde auch nur ein Glied in der Kette falsch dimensioniert oder Applikationen inperformant implemen­tiert, kann das für die Anrufer zum Gedulds­spiel ausarten und gleichzeitig die Service­kosten in die Höhe treiben.

Performance kommt von Planung

Um böse Überraschungen bei der Anwendungs-Performance zu vermeiden, sollte die Performance-Optimierung bereits sehr früh im Softwareentwicklungsprozess berücksichtigt werden. Dabei kommt es auf die Verzah­nung von drei Disziplinen an: dem Perfor­mance­ Tuning, dem Performance Measurement und dem Performance Management. Performance Tuning ist Bestandteil der Softwareentwicklung und verlangt von den Entwicklern einen gewissen Erfahrungsschatz beim effizienten Codieren. Typische Flaschenhälse sind hier Datenbankabfragen oder ineffiziente Programmschleifen. Performance Measurement versucht schon während der Entwicklung, Testszenarien zu erstellen, die der späteren Produktivumgebung sehr nahe kommen. Die Aufgabe der Verantwortlichen ist hierbei, realistische Annahmen über Benutzerverhalten und Benutzerzahlen zu prognostizieren und auf dieser Basis realistisch dimensionierte, mit dem Produktivsystem vergleichbare Testsysteme aufzusetzen.

Schnell reagieren auf lahme Enten

Performance-Management schließlich sorgt für eine möglichst lückenlose Überwachung von Antwortzeiten und Ressourcenauslastung im Live-Betrieb. Der Dienstleister steht hierbei auch vor einer organisatorischen Herausforderung. Entpuppt sich nämlich eine Anwendung im Live-Betrieb als „lahme Ente“, muss eine schnelle Eingreiftruppe zur Verfügung stehen, die sich mit entsprechendem Knowhow umgehend an die Analyse macht, Maßnahmen zur Behebung ergreift und den Entwicklern Ergebnisse zurückspielt.

Anwendungsoptimierung ist also ein komplexes und dabei geschäftskritisches Themenfeld, das gerade in der Koordination der Aktivitäten der drei Disziplinen viel Knowhow und Managementkompetenz verlangt.

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